Sandra Thier: Video killed the TV-Star

22. August 2019
Seit der Gründung von diego5 ist die ehemalige RTL2-Anchorwoman Sandra Thier als Keynote Speakerin, Konferenzmoderatorin und Workshopleiterin international gefragt. Als branchenführender Partner für digitale Transformation schlägt Thier mit diego5 scheinbar mühelos die Marketingbrücke zwischen Webstars und Unternehmen.

Wenn man zu den wichtigsten Treibern der Digital-Video-Revolution im deutschsprachigen Raum zählt, muss man schon etwas drauf haben. „Ich habe bereits früh erkannt, dass sich im Netz eine kreative Parallelwelt, die große Chancen für Creators aller Art bietet, eröffnet. Junge Menschen sind mittlerweile fast ausschließlich digital unterwegs. Deshalb ist es einfach unumgänglich, sich neue Content Creation auf digitalen Kanälen anzuschauen. Das war ein Grund, warum ich diego5 mit meinem Partner Rudi Kobza gegründet habe.

Der Erfolg gibt uns recht – wir konnten seit Anfang 2015 über 300 Influencer, Kampagnen und Branded-Entertainment-Clips in der DACH-Region umsetzen“, skizziert die gebürtige Grazerin Sandra Thier ihren Karriereweg. Weg vom Fernsehen, hin zu bewegten, bewegenden Bildern im Netz. Ihre Vision: eine digitale Video-Content-Agentur aufzubauen und damit führend im Bereich Online-Videostrategie, -konzeption und -vermarktung zu werden. Allein in Österreich ist diego5 – mit zweitem Standort in Berlin und 25 fixen Mitarbeitern – die Nummer eins am Markt. Neben erfolgreichen Viral Spots und Influencer Collaborations wurden eigens kreierte Produkte wie die „Influencer Video Con“, das Castingformat „Stadt YouTuber“ und der „Austrian Video Award“ ins Leben gerufen.

Alle haben gelernt

Worin liegen nun die größten Chancen für Unternehmen in der Zusammenarbeit mit Social-Media-Experten wie Thier? „Durch Experten wird man beraten und geguidet. Das ist bequemer als sich alles allein erarbeiten zu müssen. Wir können auf einen großen Erfahrungspool zurückgreifen“, so Thier.

Sie ist überzeugt, dass Influencer-Marketing in Österreich längst nicht den Peak erreicht hat. „Es wird weiter wachsen, denn Influencer-Marketing ist erwachsen geworden. Sprich: Alle haben gelernt – Marken, Agenturen, Influencer. Wer professionell arbeitet, wird auch langfristig gut davon leben können“, ist die Digitalagentin überzeugt. Angeblich träumt derzeit jeder zweite Jugendliche vom Traumjob Youtube-Star.

Wer als Unternehmer die Welt von morgen mitgestalten will, setzt also auf Webstars? Thier: „Konzerne haben natürlich längst ein gewisses Budget festgelegt, um hier erfolgreich zu performen. Das haben kleine Unternehmen meistens nicht. Dennoch gibt es auch in diesem Bereich erfolgreiche Zusammenarbeiten mit kleinem Budget.“

»Das Schwierigste, wenn man sich als Unternehmen für Influencer-Marketing entscheidet, ist das Loslassen. Im Influencer-Marketing weiß der Influencer am allerbesten, was seine Community sehen will.«

– Sandra Thier

Welche Tücken gibt es? „Wer Influencer-Marketing betreiben will, muss loslassen können. Denn Fakt ist: Der Influencer weiß am allerbesten, was seine Community sehen will.“ Wer vorwärts kommen will, gibt ein Ruder ab. „Wenn man das Phänomen als Kunde nicht versteht und so gar kein Vertrauen zur Thematik aufbauen kann, dann sollte man es lieber lassen. Ansonsten entstehen bloß zu viele Erwartungen, die sich nicht erfüllen können“, rät Thier.

Die Rechnung ist demnach simpel: Ohne Vertrauen ist kein nachhaltiges Storytelling möglich. Und ja, Influencer-Marketing ist wesentlich nachhaltiger als ein Printinserat. Denn der Marken-Awareness und gezieltem Themensetting auf unterschiedlichsten Kanälen gleichzeitig sind keine zeitlichen oder territoralen Grenzen gesetzt. Einen Post wirft man nicht weg, eine Zeitschrift schon.

Schleim, Herz und Verstand

In der Arbeit mit Webstars kann sich Thier auch selbst der Faszination für bestimmte Influencer-Phänomene nicht entziehen. „Ich bin zum Beispiel begeistert von „Cute Life Hacks“. Das Spaßprojekt von Joanna und Lisa liefert genialen DIY-Content. Sie basteln mit Schleim und vielem anderen. Das machen sie mit solch einer Leidenschaft, mit Herz und Hirn, und haben damit Millionen Follower aufgebaut. Aber auch Youtuber wie iBlali oder Die Lochis schätze ich für ihre Bodenständigkeit. Das Wichtigste: Sie sind irre klug und wissen, was sie tun.“

Wäre Sandra Thier selbst Influencerin, worüber würde sie posten? „Ein Thema wäre sicher: Wie geht Social Media eigentlich und wie kann ich Social Media für meine Botschaften nutzen? Worauf muss ich achten und wie werde ich Influencer? Das sind schließlich die Kern­themen von diego5 und die würde ich gerne weitererzählen.“ Thiers Trendprognose: „Jedes Unternehmen wird in den nächsten Jahren zum Medienhaus und kann mit dem richtigen Support im Netz guten Content ausspielen und große Reichweiten erzielen. Es braucht keinen Zufall, um Talk of Town zu werden.“

Mehr Informationen

MAG. Sandra Thier hat für Medienhäuser wie Ö3, ATV und RTL 2 gearbeitet. 2015 machte sich die UNICEF-Botschafterin selbstständig und gründete mit Rudi Kobza, Eigentümer der Kobza Media Group, das erste österreichische Multi-Plattform-Network diego5 studios, das mittlerweile auch einen Sitz in Berlin vorweist. Der Digital-Video-Spezialist gilt als Branchenleader im deutschsprachigen Raum und umfasst Angebote wie Branded Content, Influencer-Marketing, TV-Produktion und Events.

 

Wer mehr von Sandra Thier sehen will, kann sie bei think.digital.NOW! live erleben:

 

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www.think-digital-now.com

Beitragsbild: Lisa Maria Trauer

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