Content Marketing Trends 2016: Der Weg aus der Hysterie

19. Januar 2016
Content Marketing wird langsam aber sicher erwachsen. Die Content Marketing Trends 2016, die das Content Marketing Forum (CMF) zum Jahresstart ausschreiben, klingen nicht alle neu, aber die Ausrichtung ist von Vernunft geprägt. Das lässt doch einiges erwarten.

Wie das Amen im Gebet erreichen uns auch zu Beginn des Jahres 2016 die wichtigsten Trends zu unserem Lieblingsthema. Angenehm überrascht darf man sein ob der vernunftbetonten Betrachtungsweise, lässt sie doch ein wenig durchblicken, dass wir auf dem Boden der Realität aufgeklatscht sind. Nachdem nun beinah jede Branche weiß, dass man ums Geschichtenerzählen nicht herumkommt und trotzdem noch viel zu wenige Unternehmen aus der grauen Theorie farbenfrohe Realität werden lassen, nachdem in der Kommunikationsbranche im Metatext genug diskutiert, geredet und geschrieben wurde über Content Marketing und was das überhaupt sein soll, können wir, ja, endlich, in der Praxis weiterarbeiten. Die Kinderschuhe in die Ecke stellen. Und wir können, ganz nebenbei, beobachten, was sich nun wirklich umsetzen lässt, was von Kundinnen und Kunden gewünscht wird und was schlicht und ergreifend nicht relevant ist. Ob die Gründe nun Arroganz oder Finanz betreffen, sei ganz gelassen dahingestellt.

  1. Viel Content bringt viel …? Bitte auch hier um Nachhaltigkeit.

    Das Geschrei rund um Storytelling und Kundenkommunikation hat möglicherweise einige dazu verleitet, so viel Content wie möglich auf den Markt zu werfen. Sich mitteilen, die Vorhänge runterreißen und hinter die Kulissen blicken lassen, schaut her, das sind wir und wir sind lustig und immer total motiviert und engagiert. Wir erklären euch nicht nur unsere Produkte, sondern auch die Welt, die wir nachhaltig verbessern wollen … Können Sie es auch schon nicht mehr lesen, dieses Wort? Nachhaltig. Tja, trotzdem werden jetzt auch wir dieses Vokabel bemühen und darauf hinweisen, dass es auch hier ein Zuviel geben kann und angesichts der Informationsüberflutung (nein, das Wort Informationsflut trifft es nicht mehr ausreichend) ist es von enormer Wichtigkeit, sich zu überlegen, WAS ich wirklich anbiete an Content. Wir wollen es gerne mit den Worten des Content Marketing Forums weitergeben, denn die treffen den Nagel auf den Kopf: „Echte Problemlösungen, exklusive Informationen und emotional berührende Geschichten sorgen dafür, dass Unternehmensinhalte im Information Overload noch wahrgenommen werden.“ Dem ist rein gar nichts hinzuzufügen, Dankeschön.

  2. Next step: Content Distribution

    Eine Binsenweisheit sagt uns: Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Es reicht nicht, exzellenten Content voller Esprit, Kreativität und Storytelling zu produzieren, der muss ja auch an den gewünschten Empfänger gelangen. Logisch, sagen jetzt alle (vor allem die, die es immer schon gewusst haben), aber diesen Schritt in aller Klarheit und Konsequenz weiterzudenken, das verlangt doch einiges an Reife – und gerade dieser Punkt zeigt, dass Content Marketing den Kinderschuhen entwächst. Gerade die digitalen Kanäle bzw. das World Wide Web verleiten doch sehr dazu, alles, wirklich alles in den eigenen Medien zu publizieren  – nach dem Motto: Es ist genug da, irgendwer wird’s jetzt schon lesen/sehen/hören. Und im Optimalfall sickert der Content dann bei unseren potenziellen Kundinnen und Kunden ein.
    So „leicht“ (obwohl arbeitsintensiv) ist es leider nicht. Deshalb sollte Content Distribution schon „integraler Bestandteil jeder Content-Marketing-Strategie“ sein, erklärt mit Nachdruck und Recht das Content Marketing Forum.

  3. Kontrolle ist immer besser

    Alle haben es geahnt, wenige wollten es wahrhaben: Controlling als Hauptbestandteil jeder Unternehmensführung ist nicht jedem angenehm, aber überlebenswichtig. Für nicht zahlengetriebene Menschen, denen es wurscht ist, wie viele Pflastersteine sie bei einem Stadtbummel in der Minute überschreiten, schmeckt diese Tatsache vielleicht recht hantig und viele kriegen spontan mutiple Migräneanfälle, wenn es darum geht, Erfolg in Form von Zahlen nachweisen zu müssen. Aber es hilft nix: Die „proaktive, professionelle Messung des Erfolgsbeitrags des eingesetzten Contents und die daran anknüpfende agile Steuerung der Content Marketing Aktivitäten“ (CMF) sichern den langfristigen Content Marketing Erfolg. Kopfweh hin oder her.

  4. Arbeitgeber-Markenbildung

    Es mag an der Größe der Betriebe liegen oder daran, dass wir heute zum Großteil digital und also oftmals unpersönlich miteinander kommunizieren – warum auch immer: Mitarbeiter-Kommunikation ist ein brandheißes Thema. Laut CMF werden „mehr als drei Viertel aller Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre eine Content-driven-Strategy in der Mitarbeiter-Kommunikation verfolgen“.
    Employer Branding steht also hoch im Kurs: Wofür steht ein Unternehmen als Arbeitgeber, was unterscheidet es von anderen, was hat es bestehenden und potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu bieten? In diesem Blog konnten wir bereits feststellen, dass es in diesem Zusammenhang wichtig ist, dass die Mitarbeiter-Kommunikation gleich aussehen muss wie die externe.

  5. Dem „Händi“ sei Dank

    Smartphones haben wir vieles zu verdanken. Beruhigende Musik, wenn in der Straßenbahn die Hölle los ist, Kinotickets in letzter Minute, Latest News aus aller Welt, E-Mail-Checks statt Leerlauf, eifersüchtiger Partner, dem man aus Versehen im Facebook-Chat eine flirty Nachricht geschickt hat, beleidigte Halswirbelsäule ob des ständig gesenkten Kopfes … Die Liste könnte noch sehr viel länger werden. Aus der permanenten Begleitung in unserem Alltag ist für manche geradezu der Mittelpunkt des Universums geworden und es verwundert nicht, dass der Verlust des Smartphones für die meisten einer Horror-Vorstellung nahe kommt. Deshalb stellt das CMF fest: „Mobile ist auf dem Weg, der dominierende Kanal im digitalen Content Marketing zu werden.“

  6. Filmchen werden Filme

    Man muss kein ausgesprochener Video-Fan sein, um zu verstehen, dass das Bewegtbild nicht aufzuhalten und schon gar nicht zu ignorieren ist. Live-Streaming-Dienste werden selbstverständlich, die Übertragungsgeschwindigkeiten lassen es zu. Aber es geht nicht nur um Technik und um das „Weil wir es können“. Auch im Video muss eine Story erzählt werden, denn mit einem kurzen und vor allem sehr spontanen und raschen Klick verabschieden wir uns von Zeiträubern, die uns mit halb versteckter Werbung etwas vorsäuseln wollen. Auch hier wird die Qualität immer wichtiger, sonst fliegt gleich sehr viel Geld beim Fenster hinaus. Wer es schafft, auf diesem Gebiet mit Longform-Content die Leute bei der Stange zu halten, hat eindeutig gewonnen.

  7. Teilchenbeschleuniger

    Dass die vielen vor allem digitalen Möglichkeiten, Content zu produzieren und zu veröffentlichen, die Nachricht an sich bereits seit längerem verändert (hat), ist nicht wirklich neu. Im journalistischen Bereich ist eine „Geschichte“ längst nicht mehr nur der (Zeitungs-)Artikel, der vom Titel über Vorspann bis hin zur letzten Zeile Fließtext eine schlüssige Story mit Antworten auf alle „Ws“ perfekt erzählt. Selbstverständlich ist eine Geschichte heute durch die in Echtzeit möglichen Aktualisierungen ein riesiges Puzzle aus Bildern, Text (der laufend geändert werden kann), Grafik, Video, Audiofile und weiß der Kuckuck noch was. Auf der Hand liegt, dass dieses Puzzle aus vielen kleinen und größeren Teilchen nicht nur im Tagesjournalismus Verwendung finden sollte, sondern natürlich auch in der Unternehmenskommunikation. Eine Story besteht aus sinnvoll zusammengestellten und verknüpften Teilchen, die sich gegenseitig ergänzen, vom Facebook-Posting bis zur Online-Nachricht.

 

CLAUDIA RIEF-TAUCHER

Content Marketing Forum

Foto: Maky Orel/Pixabay


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