5 Tipps von Storytelling-Meistern +1, den Sie nie befolgen sollten

10. September 2019
5 Tipps von Schriftstellern für besseres Storytelling – und ein Tipp, den sie besser nicht befolgen sollten.

#1 Billy Wilder – “Im ersten Akt einer Story steckst du deine Figur in einen Baum, im zweiten Akt zündest du den Baum an und im dritten Akt holst du die Figur wieder vom Baum runter.”

Es gibt wohl keine elegantere Zusammenfassung der klassischen Drei-Akt-Struktur. Der Held gerät in Schwierigkeiten, die Schwierigkeiten werden schlimmer, können aber schließlich gelöst werden. Interessanterweise verlangt Wilders Variante, so humorvoll sie auch formuliert ist, nicht zwingend ein Happy End. Der Protagonist kann den metaphorischen Baum auch mit einem Sturz verlassen. Was zählt, ist eine Eskalation, die am Ende aufgelöst wird, egal ob fröhlich oder tragisch.

Die Baum-Analogie fordert eine klare Grund-Story, die in wenigen Sätzen erzählt ist. Der Großvater aller Elevator-Pitches, sozusagen. Diese klare Struktur hilft, den Überblick über den Spannungsaufbau zu behalten.

#2 1001 Nacht – “Was ist dies im Vergleich zu dem, was ich euch in der nächsten Nacht erzählen werde …”

Scheherazade ist die unangefochtene Königin des Cliffhangers. Doch Achtung: Fingerspitzengefühl ist gefragt. Die Führung der Spannung ist ein Drahtseilakt und kann schnell in Langeweile oder Frustration umschlagen. 1001 Nacht ist immer noch als Meisterklasse im Aufbau eines Spannungsbogens zu empfehlen.

#3 Max Frisch – “Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält … Wir probieren Geschichten an, wie man Kleider anprobiert.”

Gute Geschichten erlauben es uns, in andere Welten einzutauchen und sie aus dem Blickwinkel fremder Personen zu erkunden. Wir sehnen uns alle nach diesen Erlebnissen, die uns Storys ermöglichen. Das Vergnügen, das Storys uns bereiten, kommt schließlich zu einem Teil immer von Eskapismus und Identifikation mit Figuren. Beim Schreiben sollte dieser Aspekt schon mitbedacht werden.

#4 Anton Tschechow – “Meiner Erfahrung nach muss von einer Geschichte, wenn sie einmal geschrieben wurde, der Anfang und das Ende gestrichen werden. Dort lügen wir Autoren am meisten.”

Der Anfang und das Ende einer Story sind oft am schwierigsten zu schreiben – und lesen sich daher auch oft am labbrigsten. Das wirkliche Story-Juwel schlummert bisweilen in der Mitte. Tschechow rät, alles an Ballast abzuwerfen. Oft sind es genau die Storys, die uns mitten ins Geschehen werfen, die uns später nicht mehr loslassen wollen.

#5 Jodi Picoult  – “Eine schlechte Seite kann man immer überarbeiten. Eine leere Seite nicht.”

Eine Schreibblockade ist von Angst befeuert – der Angst, dass das Geschriebene nicht gut genug ist; der Angst zu versagen. Jodi Picoult spricht genau diese Angst an und zeigt, dass Überarbeitungen ein wichtiger – vielleicht sogar der wichtigste – Teil des Schreibprozesses sind. Denn auch der grässlichste Text kann überarbeitet und so vielleicht gerettet werden. Ein leere Seite dagegen wird nie zum Erfolg führen.

+1 Douglas Adams – “Ich liebe Deadlines. Ich mag dieses rauschende Geräusch, das sie machen, wenn sie vorbeisausen.”

Douglas Adams, der Autor der „Per Anhalter durch die Galaxis“-Reihe hatte nach eigenen Angaben nie ein Problem mit Deadlines. Er ignorierte sie einfach. So gefangen war Adams in seiner Prokrastination, dass seine Mitmenschen zu teilweise drastischen Mitteln greifen mussten, um doch noch irgendwie ein Resultat von ihm zu erhalten: Ein TV-Produzent schloss Adams zwei Tage in seinem Arbeitszimmer ein, bis er ein Skript fertig hatte. Um ein Buch fertig zu bekommen, sperrte Adams‘ Lebensgefährtin ihn in ihrem Haus ein, sein Verleger musste Adams für ein anderes Buch sogar einmal drei Wochen lang in einer Hotel-Suite festsetzen.

Adams machte so nicht nur sich selbst das Leben schwer, sondern auch allen, die mit ihm an Projekten beteiligt waren. Deadlines betreffen schließlich auch andere Menschen. So selbstironisch das Zitat auch ist – an diesen „Rat“ sollte sich wirklich kein Storyteller halten.

 

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Beitragsbild: Pexels/Kaushal Moradiya

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