Wenn Kramatig krandig macht!

23. Juni 2015
Tippen, abschicken, fertig! Über diese Art der Textgestaltung freut sich vor allem einer: der Fehlerteufel. Er liebt es, dem Genetiv den Dativ auf den Genus zu hetzen oder herrliche Wegstabenverbuxelungen zuzulassen. Das Resultat: Die Leser/innen sind mit einem Klick auf und davon. Daher tun Marketingverantwortliche gut daran, sich um fehlerfreie Texte zu bemühen.   

Dies belegt einmal mehr die Studie, die das Softwareunternehmen Acrolinx vor Kurzem veröffentlicht hat: 150.000 Websites von 340 Unternehmen wurden auf ihre sprachlichen Qualitäten hin untersucht, dabei 20 Millionen Sätze bzw. über 160 Millionen Wörter unter die Lupe genommen. Die Quintessenz: „Leider fällt die Qualität der Texte zu oft der Quantität der Veröffentlichungen zum Opfer“, ist den Unterlagen zu entnehmen. Die Unternehmen würden heute de facto mehr denn je in Content Marketing investieren, den wenigsten sei jedoch bewusst:

Wer mittel- bis langfristig an Usern interessiert ist, muss auf Qualität setzen. An leicht lesbaren sowie fehlerfreien Texten führt kein Weg vorbei!

Global Content Impact Index. Um das gesammelte Material besser vergleichen zu können, hat Acrolinx einen eigenen „Global Content Impact Index“ aufgestellt. Unter dem Strich ergab sich dabei ein Wert von 72 Punkten, den Unternehmen erreichen müssen, wenn ihr sprachlicher Web-Auftritt von den Usern wahrgenommen werden soll.

 

Studie_Index

 

 

Konkret wurden Grammatik, Stil und Klarheit der Texte untersucht. Beispielsweise ermittelte man, wie viele Fehler auf 1.000 Wörter kamen, indem man Content und grammatikalische Standards gegenüberstellte.
Bei aller Kritik an der Nachlässigkeit vieler Unternehmen verweist man in der Studie aber auch auf einige Musterschüler: beispielsweise Caterpillar als Vertreter der Technik-Branche oder die „National Australia Bank“, kurz „nab“, für den Bankenbereich.
Apropos: Selbstverständlich präsentiert man auf Basis der Studienergebnisse auch eine Branchen-Auswertung sowie ein Länder-Ranking. Immerhin erstreckte sich der Untersuchungspool auf Unternehmen aus über 31 Ländern und 40 Branchen – vom Einzelhandel über das Finanzwesen bis hin zum High-Tech-Bereich, Marken wie Gucci oder Harley-Davidson finden sich darunter. Nur 31 Prozent der Marken übertrafen den Benchmark für Qualität und Wirksamkeit, 69 Prozent fielen darunter.

 

Studie_Regionen und Branchen

 

 

Viele Fehler = schlechter Service. Die Ergebnisse unterstreichen übrigens auch jene Zahlen, die bei einer Umfrage unter britischen Online-Nutzerinnen und -Nutzern im Jahr 2013 erhoben wurden:

59 Prozent der von Global Lingo Befragten gaben an, dass sie Grammatik- und Rechtschreibfehler auf einer Website davon abhalten würden, dort einzukaufen.

Aufgrund des sorglosen Umgangs mit der Textqualität würde man auch an dem Service-Potenzial des jeweiligen Unternehmens zweifeln.

Fazit: Selbst wenn Acrolinx als Anbieter von Content-Marketing-Software diese Studie sicherlich nicht ganz uneigennützig durchgeführt hat, so zeigen die Resultate doch, dass man bei aller Liebe zum Geschichtenerzählen Grammatik, Rechtschreibung und eine leicht verständliche Ausdrucksweise nicht außer Acht lassen darf. Schließlich ist die beste Story Schall und Rauch, wenn sie keiner liest.
„Kramatig“ soll also bitte als Grammatik daherkommen, damit sie niemanden „krandig“ – also grantig – macht und zum Wegklicken animiert.

ANDREA KREUZER

Foto: Fotolia.com/BillionPhotos.com, Abbildungen: Studie Acrolinx

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