Transparenz-Marketing führt mit radikaler Ehrlichkeit zum Sieg

14. August 2018
Warum man sich für eine starke Beziehung dem Anderen auch öffnen muss.

Kampf den Worthülsen

Eigentlich müsste Weltfrieden so einfach sein, denn auf ein Konzept kann sich gefühlt die gesamte Menschheit einigen: die Nachhaltigkeit. Jeder “ist” sie, viele leben sie und grundsätzlich finden sie alle voll super, egal ob Fortune 500 Firma oder das Shampoo vom Diskonter.

Bitte nicht falsch verstehen: In vielen Fällen stimmt das auch und ist sicher ganz großartig. Nur leider folgen der Aussage viel zu selten handfeste und ansprechende Beispiele dafür, was Nachhaltigkeit im jeweiligen Fall genau heißt.

Das Kundenvertrauen wäre wohl höher ohne inhaltslose Floskeln. Behauptungen ohne Beweis vermitteln nämlich schnell, man habe etwas zu verbergen. Wie also gegensteuern? Ganz einfach: mit Transparenz.

Wir leben Nachhaltigkeit!
– Schön für Sie.

Wer sich öffnet, dem wird vertraut

Die moderne Medienlandschaft trägt schonungslos jeden Missstand an die Öffentlichkeit. Einerseits bietet das Kunden mögliche Selbstbestimmung und Wahlmöglichkeiten wie nie zuvor, führt aber auch zu großer Verunsicherung. Transparenz arbeitet der Verunsicherung entgegen und stillt unser starkes Bedürfnis nach Vertrauen. Wir wollen begreifen, wie ein Produkt entsteht, über welche Wege es zu uns kommt, ob und welche Folgen das für die Umwelt hat.

Es ist jedoch zu wenig, nur zu informieren, man muss die Dinge für Kunden veranschaulichen und erlebbar machen. Guter Content transportiert Fakten auf einer emotional zugänglichen Ebene. Wir verstehen, aber noch wichtiger, wir fühlen die Botschaft der Transparenz. Das ist die Basis für Vertrauen.

Da das mit dem Vertrauen aber nicht mehr so einfach ist wie vielleicht vor ein paar Jahrzehnten, müssen Marken ihren Kundinnen und Kunden ein großes Stück entgegenkommen und ganz schön tiefe Einblicke gewähren. Dieser Einsatz lohnt sich aber, solange man nicht halbherzig agiert oder sogar absichtlich täuscht. Transparenz ist kein “Marketing-Gag”, man kann nicht einfach so tun als ob. Und wer das trotzdem versucht, wird von empörten Kunden ordentlich was zu hören bekommen.

Transparenz | Foto: pixabay/chummels

Die Zeit der schönen Masken ist vorbei – Kunden wollen das wirkliche Gesicht von Marken sehen. Foto: pixabay/chummels

Die Kunst der Authentizität

Auch die besten, anschaulichsten, transparentesten Botschaften sind nichts wert, wenn sie nicht als authentisch wahrgenommen werden. Es ist einerseits wichtig, im Einklang mit der Identität der Marke zu arbeiten. Junge, dynamische Firma aber gediegene 45-Minuten-Doku im ORF-III-Stil? Passt nicht so ganz.

Das lässt sich aber noch verkraften. Viel schlimmer wird es, wenn Firmen mit Transparenz werben, das Ganze hinter den Kulissen jedoch komplett anders aussieht. Wie zum Beispiel im Fall von Toni’s Freilandeier. Besonders dieser Skandal überraschte viele, vermittelte die Marke doch den Eindruck, einer “von den Guten” zu sein. Der Content betonte stets, dass immer korrekt gearbeitet werde und Kunden ein gutes Gewissen beim Kauf haben können. Jetzt gehört Toni’s Freilandeier der REWE-Gruppe. Dass die Marke jemals wieder Kult-Status erreichen wird, ist unwahrscheinlich.

Vertrauen bedingt Authentizität; Authentizität bedingt Transparenz

Wer also mit Transparenz kommunizieren will, sollte keine großen Leichen im Keller haben – das gilt aber eigentlich in jeder Situation. Bei kleineren Unschönheiten lässt sich aber hier sehr gut die Flucht nach vorne antreten. Das wir von Kunden sogar geschätzt.

Generell lässt sich sagen, dass Transparenz weniger ein Trend ist als eine technologisch und sozial bedingte Notwendigkeit. Wer nicht den Anschluss verpassen will, erweitert “Schön für Sie”-Statements etwa mit “indem wir”. Ein Beispiel: weg mit “Wir leben Nachhaltigkeit”, mehr von “Wir leben Nachhaltigkeit, indem wir beim Einkauf unserer Rohstoffe auf Direktkauf bei regionalen Produzenten setzen”.

Diese Botschaft will aber so noch keiner lesen. Damit aus einer Worthülse nicht nur eine etwas bessere Worthülse wird, muss die Aussage von gutem Content emotional vermittelt werden. Blogs bieten sich hier besonders an, aber auch Social Media.

Wie in jeder Beziehung ist auch in der Kundenbeziehung Offenheit wichtig. Also: Mut zur Transparenz!

 

Beitragsbild: pixabay/SplitShire

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