think.digital.NOW! – „Sometimes you win, sometimes you learn“

21. Oktober 2019
Ein vollbesetzter Steiermarksaal im Grazer Congress zeigte: Das Interesse an digitalen Marketinglösungen für Klein- und Mittelbetriebe ist groß. Zehn Speaker überzeugten bei Think.Digital.NOW!

Think.Digital.NOW!, der Congress für zeitgemäßes Online-Marketing und digitalen Geschäftserfolg, veranstaltet von „Mister Fresh Content“ Harald Kopeter zeigte kürzlich, wie sehr gerade Klein- und Mittelbetriebe an der Digitalisierung interessiert sind. Zehn hochinteressante Vortragende – von Business Angel Michael Altrichter über den Coach Randolph Moreno Sommer und die Influencerin Lisa Sophie Stejskal bis hin zu TV-Journalistin und diego5-Gründerin Sandra Thier hatten ein überzeugendes Paket mit Tipps und Wissen rund ums Thema mitgebracht.

Den Startschuss gab Michael Altrichter, der durch die Puls4-Show „2 Minuten 2 Millionen“ bekannt wurde. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit Startups – „die Treiber der digitalen Revolution“ – hat er doch 1999 mit der paysafecard einen wichtigen Meilenstein gesetzt. Er selbst durchlitt die Fieberkurve eines jeden Startups und ließ tiefe Einblicke in seinen reichen Erfahrungsschatz zu. Der „Business Angel of the year 2014“ lieferte Zahlen und Fakten zum Thema, ohne zu beschönigen: „Sometimes you win, sometimes you learn“ – denn Tatsache ist, dass 90 Prozent aller Startups scheitern, also lernen. Die von ihm dargelegten 5 Top-Fehler (von falscher Teamzusammenstellung bis zum falschen Tempo) boten garantiert viel Entwicklungspotenzial für Betroffene.

Harald Kopeter Think.Digital.NOW!

Harald Kopeter | Foto: Lihotzky

Wie unterschiedlich der Mensch ticken kann, darüber sprach der Gastgeber Harald Kopeter. Die „Metaprogramme“, die unsere Wahrnehmung und Aufmerksamkeit beeinflussen und unsere Denkweise prägen, zeigen uns, wie wir Menschen am besten erreichen können. Zu wissen, worauf Menschen ansprechen, ist nützlich, wenn wir effektiv mit unserer Kundschaft kommunizieren wollen. So, dass wir auch wirklich wahrgenommen werden. Die oft gestellte Frage, welchen Social-Media-Kanal man bedienen müsse, beantwortete Kopeter von zwei Perspektiven aus: Erstens müsse man feststellen, welcher Wahrnehmungskanal die Zielgruppe eint. Am Beispiel eines Fitnesscenters sei das nicht so sehr der optische Kanal, da Trainierende die Haptik eint. Außerdem, so Kopeter, „Erzählen Sie Ihre Geschichte in dem Kanal, der Ihnen am nächsten ist – und fokussieren Sie auf den einen Kanal!“

Wie Marketing-Automatisierung auch im kleinen Format gelingt, präsentierte der Coach Randolph Moreno Sommer am Beispiel einer Artzpraxis und machte Mut, hier mit digitalen Lösungen viel Zeit und Ressourcen zu sparen, ohne persönliche Ansprache vermissen zu lassen. „Alles, was nicht von Menschen gemacht werden muss und sich immer wiederholt“ sei hierfür geeignet. Wer im Kundenservice genau hinschaut, wird da einiges finden.

Holger König, Journalist, Filmproduzent und GF von Königsfilm aus Düsseldorf brachte Licht ins Dunkel der „Heldenreise“ im Storytelling und räumte mit ein paar Missverständnissen auf. 1.) der Held ist nie die Firma, die wirbt (u. a., weil der Held immer der Schwache ist, der Probleme hat), sondern die Kundschaft. 2.) Das Unternehmen ist der Guide, der dem Helden mit gutem Rat unter die Arme greift. Es muss 3.) eine Vorstellung davon liefern, wie gut das neue Leben nach der Problemlösung aussieht und das, 4.), in sehr einfacher Form: „If you confuse, you lose.“

ThomasHolzer Think.Digital.NOW!

Thomas Holzer | Foto: Lihotzky

Die Quetschn Academy aus Birkfeld, die sich mit How-to-Videos weltweit einen Kundenstamm aufgebaut hat, stellte Gründer Thomas Holzer amüsant und einnehmend vor. Die Offline-Erfahrung als Musiklehrer wurde in Lernvideos umgesetzt. „Zum Glück haben wir uns so schlecht ausgekannt“, überraschte Holzer sein Auditorium, dadurch blieb es ihm und seinem Kompagnon erspart, bei der Planung vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen. 2016 kam man also gleich ins Handeln („nachjustieren kann man immer noch“) und es wurde die Quetschn Academy gegründet – im Wohnzimmer der Eltern und laut Holzer „ohne Businessplan“. Mittlerweile zählt man 15.820 Online-Schülerinnen und -Schüler und weitere Offline-Veranstaltungen sind nach einer ersten sehr erfolgreichen in Graz in Planung.

Der steirische Gründer von niceshops, Roland Fink, stellte ebenfalls sein Unternehmen als Best Case vor, das 2007 als Hobby im Keller begonnen hatte und mittlerweile 2 Millionen Kunden weltweit zählt. „Ein bissl weniger falsch machen als die anderen“ ist das Erfolgsrezept von Fink, der überzeugt ist: „Faulheit treibt Innovation“ – weshalb er sich immer mit Blick auf den Kunden fragt: „Wer bringt den besseren Service z’samm?“

Stejskal Think.Digital.NOW!

Lisa Sophie Stejskal | Foto: Lihotzky

Roman Anlanger erläuterte sein Trojanisches Marketing und teilte vor allem die soziale Strategie, mit der er „seinen“ FH-Studiengang Technisches Vertriebsmanagement bekannt machte, mit dem Congress-Publikum. Er verband digital mit sozial auf der Plattform Xing und erreichte so die Menschen – allerdings verlangt seiner Meinung nach das Community Management auch engagierte Offline-Events. Nach Harald Thonhauser, Gründer von wirecard, stellten Sandra Thier und Lisa Sophie Stejskal ihre Social-Media-Strategien vor und Stejskal gab Tipps für alle, die sich eine Zusammenarbeit mit Influencern vorstellen können. Wie man die zum Unternehmen passenden findet, was es kostet und was bei der Abwicklung zu beachten ist, erläuterte sie ebenfalls wie Dos und Don’ts für Youtube-Videos.

Um viele Tipps, Ideen und Erkenntnisse reicher ging für die zahlreichen Besucherinnen und Besucher von Think-Digital.NOW! ein spannender Tag zu Ende – wir freuen uns auf den nächsten Congress, unseren Fresh Content Congress 2020, denn …

 

… Nach dem Congress ist vor dem Congress – SAVE THE DATE:

Fresh Content Congress / Think.Digital.NOW!

www.fresh-content-congress.com

 

Beitragsbild: Lihotzky


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