Storytelling: mit Geschichten überzeugen

05. März 2015
Als Theaterregisseur und Drehbuchautor weiß Gregor Adamczyk um die Wirkung von Geschichten. Wie man Storytelling im beruflichen Alltag – für Präsentationen, in der Unternehmenskommunikation und natürlich auch im Marketing – nutzen kann, beschreibt der Autor, der sich auch als Coach und Berater einen Namen gemacht hat, in dem handlichen Taschenguide sehr informativ und übersichtlich.

Die Leser und Leserinnen sind eingeladen, „den menschlichen Geist backstage zu erkunden (…) und die Fähigkeit, Vertrauen und Respekt zu gewinnen, mit Hilfe des Geschichtenerzählens zu trainieren und bewusst zu nutzen“. In fünf Kapiteln geht Adamczyk der Wirkung von Geschichten auf den Grund, beschreibt die wichtigsten Zutaten, den Aufbau und auch die Einsatzmöglichkeiten wirkungsvoller Geschichten. Im praktischen Teil am Ende des Buches, ist jede/r eingeladen, zu trainieren und ihre/seine eigene Geschichte zu erzählen.

Die  Macht und Wirkung der Geschichten

Das erste Kapitel startet mitten im Geschehen – und natürlich mit einer Geschichte -, aus der die Leserinnen und Leser erfahren, wie ein Manager seine Antrittsrede von einer trockenen Faktensammlung in eine mitreißende Story verwandelt. Im darauf folgenden theoretischen Teil werden Begriffe wie analytisches und narratives Gedächtnis, Erzählmuster, Archetypen und neuronale Vorgänge im Gehirn kurz und knapp erklärt. Die historischen und literarischen Ursprünge des Geschichtenerzählens und die Kunst des Erzählens runden das Kapitel ab. Wie Storytelling das Kaufverhalten steuert, Präsentationen, Coaching und Selbstmarketing optimiert und warum es als Managementtechnik hervorragend funktioniert, ist Inhalt des zweiten Kapitels. Denn, so der Autor, nur wer eine gute Geschichte erzählen kann, punktet mit Authentizität und Originalität und gewinnt zudem auch aufschlussreiche Selbsterkenntnisse.

Wie gute Geschichten entstehen

Im dritten und vierten Kapitel macht sich Adamczyk auf die Suche nach den „Zutaten“, die jede gute Geschichte benötigt. Dabei steht für den Autor fest, gute Geschichten fallen einem nicht zu, sie müssen gefunden und aufgebaut werden: „Wer mit Storytelling erfolgreich sein will, muss die Strukturen und Erzählmuster kennen.“ Heldenreise, Verwandlung und Veränderung, Wettbewerb und Kampf, Reifeprüfungen oder Liebe, Reise und Abenteuer – die Motive für gute Geschichten sind vielfältig und lassen sich, wie Adamczyk an Hand vieler Praxisbeispiele zeigt, auch allesamt im beruflichen Alltag einsetzen.

Nach den Erzählmustern geht es zu den wichtigsten Elementen, die gute Geschichten ausmachen: Hauptfiguren, die über besondere Stärken verfügen, eine Kernbotschaft vermitteln und Wertekonflikte mit sich und der Umwelt austragen müssen. Unterschiedliche Erzählperspektiven zeigen unterschiedliche Wahrnehmungen, dramaturgische Wirkung, aber auch Beweggründe aus anderen Blickwinkeln. Als Paradebeispiel für gelungenen Spannungsaufbau darf man sich von Steve Jobs und seiner Vorstellung des neuen iphones inspirieren lassen, und nicht zu vergessen, Humor ist generell hohe Kunst im Storytelling. Das Nonplusultra sind und bleiben aber Emotionen, sie machen zwar verletzlich, aber auch einzigartig. „Das Beschreiben, Reflektieren und Erzeugen von Emotionen ist Kern und Motor guter Storys.“

Storytelling gezielt einsetzen und üben

Storytelling lässt, davon ist Adamzcyk überzeugt, jede Art von beruflicher Kommunikation besser funktionieren, sei es im Vorstellungsgespräch, im Mitarbeitergespräch, in Präsentationen oder im Verkauf. Es verstärkt eine wertschätzende Kommunikation sowie die Empathie für sich selbst und für andere. Eine Geschichte, die immer auch etwas vom Erzähler preisgibt, hilft Vertrauen aufzubauen und lässt sich so positiv für die firmeninterne Kommunikation nutzen. Und für den Verkauf gilt natürlich: Jedes Produkt, mit dem eine Geschichte verknüpft ist, hat starke Marktvorteile.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und sich selbst im Geschichtenerzählen versuchen will, kann das im Übungsteil am Ende des Buches unter fachkundiger Anleitung ausprobieren.

Fazit: Ein Appetizer, der Lust macht, mehr über die Möglichkeiten des Storytellings zu erfahren, tiefer zu gehen! Ein sehr übersichtlich strukturiertes Buch mit vielen Beispielgeschichten, mit knappen Zusammenfassungen „auf einen Blick“ zwischendurch und an jedem Kapitelende. Als Taschenguide kann das Buch aber naturgemäß vieles nur streifen beziehungsweise anreißen. Es ist auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die erste Informationen zum Thema Storytelling suchen und die sich dafür interessieren, wie man es praktisch in Beruf und Leben einsetzen kann.

HARALD KOPETER

Fotos: Horia Varlan/Flickr 

 

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Buchtipp: Taschenguide “Storytelling. Mit Geschichten überzeugen“, Gregor Adamczyk, Haufe.

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