Size isn’t everything! Die perfekte Content-Länge gibt es nicht

07. August 2018
Was Wortanzahl wirklich mit Suchmaschinen-Erfolg zu tun hat und warum nicht jeder Blogbeitrag über 1.500 Wörter haben muss.

 

Die perfekte Wortanzahl und andere Ammenmärchen

Sind Sie unsicher, wie lang Ihr Blogbeitrag sein soll? Kein Problem, eine kurze Google-Suche verrät, dass die ideale Länge angeblich bei 1.500 – 2.500 Wörtern liegt, was etwa sieben Minuten Lesezeit entspricht. Denn langer Content wird von Googles Algorithmus anscheinend besser gereiht, erfährt man weiterhin. Gerne dürfen es auch 10.000 Wörter sein!

Wer jetzt erstmal schluckt und sich fragt, wie man solche Content-Monster auf Dauer generieren soll, dem sei hier verraten: das ist nur die halbe Wahrheit.  

 

Warum wird langer Content so hoch gerankt?

Das Wichtigste zuerst: Korrelation ist nicht gleich Kausation. Ja, auf den vorderen Plätzen von Suchmaschinenergebnissen findet sich langer Content. Aber: der vorne gereihte Content ist vor allem sehr gut.  

Wer einen qualitativ hochwertigen Text betrachtet und dessen Erfolg einzig seiner Länge zuschreibt, liegt falsch. Wenn dutzende Stunden an Recherche und Feinjustierung in einen langen Text fließen, ist es kein Wunder, dass Google das dann gut bewertet. Leser werden bei einem spannenden, informativ-unterhaltsamen Text gerne verweilen und ihn dann teilen. Das Marken-Ansehen steigt, vielleicht wird das Ganze auch noch viral.

 

Kurz und gut: Snackable Content

Der Fokus muss auf Qualität liegen, nicht Quantität. Manchmal genügt eine kurze Nachricht völlig. Tadeusz Szewczyk bringt das perfekt auf den Punkt: eine Message wie F*** you! wird durch mehr Wörter nur verwässert. The Ultimate Guide to F***ing You, in 10.000 Wörtern? Das hat keine Wucht.

Dass auch sehr kurze Texte erfolgreich sein können zeigt sogenannter “Snackable Content”. Das bezeichnet Mikro-Content wie Zitate, Infografiken oder vorab-Ankündigungen. Diese Häppchen eignen sich gut als Teil einer Serie, wie etwa ein Zitat des Tages der Unternehmensführung oder ein Hinweis auf wöchentliche Firmenaktivitäten.

 

Amazons geniale Hunde

Dass Snackable Content riesige Wirkung haben kann, zeigen die Dogs of Amazon. Als am “Prime Day” – Amazons selbst-kreierten Shopping-Feiertag – die Server komplett einbrachen, zeigte die Fehlermeldung die Hunde von Amazon-Mitarbeitern. Inklusive Name, Lieblingsspielzeug, Futtervorlieben etc. 

 

Dogs of Amazon

Die Dogs of Amazon. Wer kann da schon böse sein?

Das hätte ein shitstorm werden können, stellte sich aber als überraschende Charme-Offensive heraus. Nutzer, die schon heiß auf Schnäppchen gewartet hatten, waren plötzlich nicht mehr so enttäuscht. Unzählige Nachrichtenseiten berichteten außerdem voller Lob über die kreative Idee. Bessere Werbung hätte sich Amazon nicht wünschen können. Und das alles dank einer hervorragenden Idee, umgesetzt in ein paar kleinen Text-Happen.

 

 

Epos oder Häppchen? Auf die Mischung kommt es an!

Langer Content hat seine Vorteile, aber auch Tücken:

  • Die Produktion ist extrem ressourcenintensiv
  • Aber: nur hohe Qualität wird tatsächlich gelesen
  • Der notwendige Qualitätsstandard ist wegen dem hohen Aufwand schwer über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten
  • Für Nutzer auf mobilen Geräten sind auch die besten Langtexte schlecht geeignet, die Abbruchquote ist hoch

 

Eine Mischung aus langen und kurzen Formaten bietet sich aus folgenden Gründen an:

  • Text-Qualität kann über lange Zeit aufrechterhalten werden, da durch Abwechslung Ermüdungserscheinungen vorgebeugt wird 
  • Breite Zielgruppen und ihre Nutzungsgewohnheiten werden angesprochen – Häppchen sind ideal für mobile Nutzer, die zwischendurch lesen und gerne teilen; langer Content glänzt dagegen auf Desktop, mit genug Zeit und Ruhe für Reflektion
  • Die gewonnenen Leser werden langfristig gebunden und unterhalten, was Mehrwert für das Unternehmen generiert

 

Sie wollen Ihre kurzen Inhalte noch knackiger und unterhaltsamer gestalten? Da empfehlen wir unser Interview mit Mag. Monika Reitprecht, der genialen Social-Media-Stimme der Büchereien Wien. Mehr Schmäh pro Zeile kann keiner.

 

 

Beitragsbild: pixabay/humusak

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