Schreiben wie Stephen King – mit diesen 7 Tipps des Meisters

08. Oktober 2019
Bessere Storys gefällig? Wir haben die 7 besten Tipps aus dem Buch von Stephen King „Das Leben und das Schreiben“ gesammelt.

Für Stephen King ist Schreiben vor allem eines: harte Arbeit. Da ist er sich übrigens mit Edgar Allan Poe einig, der Schreiben weniger als schöpferischen Akt und mehr als analytischen Prozess sah.

Kings Studienkollegen suchten stets nach dem nächsten Musenkuss, nach einer neuen göttlichen Eingebung. King setzte derweil seinen Hintern auf einen Stuhl und begann einfach mit der Arbeit.

In seinem Buch „Das Leben und das Schreiben: Memoiren“ vereint er Biographisches mit Tipps rund ums Schreiben. Das Werk ist ein Schatz für alle angehenden Storyteller, aber auch für Fortgeschrittene, die ihr Handwerk perfektionieren wollen.

Wir haben sieben Top-Tipps von Stephen King hier zusammengestellt:

1. Du bist dein erster Leser – aber nicht der letzte.

Den ersten Entwurf schreibst du für dich selbst, so King. Ganz ohne Gedanken an das Publikum zu verschwenden gehört erst mal alles auf’s Papier geballert, was das Hirn hergibt.

Danach muss die Story einen Überarbeitungsprozess durchlaufen, in dem du „alles rausnimmst, was nicht die Story ist“, wie es King poetisch ausdrückt. Jetzt rückt die Leserschaft in den Fokus. „Your stuff starts out being just for you, but then it goes out.“

2. Weg mit dem Passiv – trau dich was!

„The passive voice is safe,“ schreibt King: Fehler „wurden gemacht“, Rufe nach Veränderung „wurden laut“, Bedingungen „wurden vereinbart“. Von jemandem, von irgendwem, von niemand – egal.

Der Rat, das Passiv weitgehend zu vermeiden, stößt im deutschen Sprachraum bisweilen auf herben Gegenwind. „Das geht doch gar nicht“, oder, So ist die Sprache nunmal!“ Natürlich geht es. Nur müssten wir dann unsere Köpfe etwas aus dem Schildkrötenpanzer des anonymisierenden Passiv hervorstrecken und Verantwortung für unsere Aussagen übernehmen.

Also: kein Wischi-Waschi, sondern mehr Genauigkeit. Der Aktiv fordert Konsequenz und Transparenz. Die Leideform nutzen nach Kings Verständnis daher „timid writers“ (soll heißen: Luschis). Und die schreiben auch keine Epen.

3. Das Adjektivadverb: der Feind guter Prosa

Zuerst Passiv und jetzt Adverbien? Was „darf“ man den eigentlich noch schreiben? Nur die Ruhe: Stephen King geht es hier nicht um Ästhetik, sondern um Logik. Die meisten Adjektivadverbien sind nämlich redundant. Sein Beispiel: “Der Mann schloss die Tür fest hinter sich.“

King räumt ein, dass der Satz an und für sich kein schlechter ist. Aber: im Kontext einer Story sollte sich das Wort „fest“ eigentlich aus dem vorherigen Text erschließen. Die Story selbst und die Emotionen die darin geweckt wurden, sind die Quellen, die uns verraten, wie er die Tür schloss.

Und wenn zuvor nichts Relevantes zur Art und Weise des Türschließens zu finden ist? Wenn es keinen Einfluss auf die Story und ihre Figuren hat? Ist das „fest“ dann nicht überflüssig …?

4. Und absolut keine Adjektivadverbien nach „sagte“!

“While to write adverbs is human, to write ‘he said’ or ‘she said’ is divine.”

5. The magic is in you.

Hab Vertrauen in dich! Angst ist für Stephen King die Wurzel aller schlechten Storys. So wie Dumbo sich an seine Feder klammerte, klammern sich unsichere Storyteller und Storytellerinnen an das Passiv oder an Adverbien. Wir täten alle gut daran, uns zu erinnern, dass Dumbo die Feder nicht brauchte, und auch wir die sprachlichen Stützräder endlich abschrauben können.

6. Ein Wort nach dem anderen.

Stephen King wurde einst von einem Interviewer gefragt, wie er seine Storys schreibt. „Ein Wort nach dem anderen,“ antwortete King. Schlagfertig! Seinem Gegenüber fiel darauf erst mal keine Erwiderung ein.

Dabei handelte es sich aber keineswegs um einen Scherz des Autors. Am Ende, erklärt King, ist es wirklich so einfach. Egal ob es um eine einzelne Seite oder eine epische Trilogie à la Herr der Ringe geht, am Ende besteht die Arbeit darin, ein Wort dem anderen folgen zu lassen und nicht aufzugeben.

7. Die Archäologie des Geschichtenerzählens.

Bereits in einem Interview für das prestigeträchtige Magazin The New Yorker verriet Stephen King dem Interviewer Mark Singer, dass seiner Ansicht nach Storys Fundstücke sind, so wie im Erdreich schlummernde Fossilien.

Hier holt King weiter aus und erläutert seine Theorie: Storys seien nicht erwerbbar, keine Konsumgüter wie T-Shirts. Storys sind fossile Relikte aus einer unentdeckten, vorbestehenden Welt. Die Herausforderung für Autorinnen und Autoren ist es, die zur Verfügung stehenden Werkzeuge so zu nutzen, um die Story so intakt wie möglich zu bergen.

Manchmal kommt nach stundenlangem Gebuddel nur eine kleine Muschel zum Vorschein. Ein andermal holst du ein ganzes T-Rex-Skelett samt grotesk grinsender Zähne aus dem Boden. Aber nicht aufgeben – egal ob Kurzgeschichte oder Epos: die Ausgrabungstechnik bleibt dieselbe. In diesem Sinne: Glück auf!

 

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Beitragsbild: Pexels/Pixabay

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