Online-Werber sind die Super-Stalker unserer Zeit

07. Juni 2016
Schöne, neue Zeit: Noch nie waren die Möglichkeiten, an potenzielle Kundschaft heranzutreten, so vielfältig wie heute. Doch gerade die Online-Werber werden momentan mit Bestimmtheit und sogar großem Ärger „ausgeblendet“ – der Adblocker befindet sich in den Köpfen der vor allem jungen Online-Nutzer/innen.

„Hey, creepy … habe heute alles rund um mein neues Handy gegoogelt, jetzt müllt mich Facebook mit Handywerbung dieser Marke zu!“ Diese Beobachtung hat bereits viele Monate auf dem Buckel, denn heute ist dieses Phänomen nicht mehr „creepy“, sondern leider selbstverständlich. Immer zielgenauer kann heute Werbung online eingeblendet werden. Unsere Spur im Netz wird aus wertvollen Brotkrumen gestreut, die die Online-Werber gierig aufsammeln und für ihre maßgeschneiderten Advertorials verwerten. Schließlich sind unsere Interessen und Vorlieben Gold wert, denn wenn wir für eine kleinere oder auch größere Anschaffung fleißig googeln und Kauf-Informationen einholen, dann bereiten wir uns willig auf Konsum vor und befinden uns in einer sensiblen Phase, die es gilt weidlich auszunutzen. Schließlich brauchen wir ja noch eine Menge Informationen!

Was für ein toller Service? – Nein, das ist Stalking.

Mittlerweile findet das niemand mehr gruselig oder gar faszinierend, eher schon: ziemlich nervig. Das sogenannte Retargeting lässt die einen User Richtung Verfolgungswahn losgaloppieren und die anderen ganz einfach verärgert wegklicken. Vor allem die Digital Natives fühlen sich dadurch um ihren Spaß auf Social Media betrogen: und zwar sagenhafte 74 Prozent – laut der aktuellen Lithium Media Studie (Mai 2016)! Tüpfchen auf dem i: Ganze 56 Prozent wollen aus diesem Grund sogar ihre Social-Media-Nutzung reduzieren. Aber was dann? Wo werden die Marken ihre Zielgruppen als nächstes jagen? In welchen digitalen Schlupflöchern und Communities wird man die Digital Natives demnächst aufspüren und wie begegnet man ihnen, damit sie sich nicht belästigt fühlen, sondern im Gegenteil mit nützlichen Informationen bedient und umworben?

Viel Geld für wenig Wirkung?

Die schöne neue Zeit hat uns nicht nur viele großartige Möglichkeiten beschert, sondern auch die damit verbundenen Entscheidungen und Probleme. Unternehmen müssen sich ständig diese Fragen stellen: Wo treffe ich meine Zielgruppe, mit welchen eingesetzten Mitteln werden wir bemerkt und legen positive Spuren? Wie müssen wir wo agieren, um Menschen zum Handeln zu bringen? Ein Klick in den Shop, der nächste Klick zur Bestellung. Ein bisschen mutet diese Suche wie eine Jagd an und brisant wird das Thema deshalb, weil die Werbemittel vor allem im Online-Sektor permanent steigen, jedoch deren Wirkung nachlässt. Diese Tatsache wird früher oder später Folgen zeitigen. Kein Unternehmen kann jahrelang Geld beim Fenster hinaus kübeln.

 … Qualitätvolles Content Marketing eben …

Einiges Licht ins Dunkel der „Generation What?“ wird wohl die gleichnamige Studie bringen, die 18- bis 34-Jährige Europäer/innen zu ihrer Lebenswelt bzw. ihren Lebenswelten befragt. Nun, bereits zu Beginn wurde klar definiert, was der Ursprung dieser „Zuwendung“ ist: Selbstverständlich geht es um wirtschaftliche Interessen und darum herauszufinden, wie diese Menschen als Konsumentengruppe tickt.
Bleibt abzuwarten, ob die „Generation What?“ nicht künftig noch gezielter den Werbeschrotkugeln ausweichen wird und stattdessen Unternehmen ihr Ohr leiht, die auf relevante Information, Life-Hacks und sinnvolle sowie brauchbare Inhalte setzt: qualitätvolles Content Marketing eben.

CLAUDIA RIEF-TAUCHER

Beitragsbild: Unsplash/Pixabay

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