Mit der App smart durch den Alltag

30. Juni 2015
Es beginnt meistens mit einer guten Idee, die man so schnell wie möglich umsetzen möchte. Einen Überblick, was bei der Entwicklung einer App alles bedacht werden sollte, haben wir vom Grazer Softwareexperten und -entwickler Peter Grundner erfragt.

Gute Apps resultieren aus guten Ideen … ?
Der Reichtum an Sensoren und Daten, die uns auf Smartphones zu Verfügung stehen, lädt geradezu dazu ein, Ideen sprudeln zu lassen. Die meisten Smartphones verfügen heute über Schrittzähler, GPS, Kompass, Kameras, Beschleunigungssensoren und über verbundene Geräte auch über Gesundheitsdaten wie Blutdruck, Gewicht, Herzfrequenz und vieles mehr. Und es werden immer mehr Geräte, die wir untereinander vernetzen können. Fernseher, Jalousien, Alarmanlagen, ja, ganze Haussteuerungen lassen sich heute über ein Smartphone steuern.

Oft reicht es aber aus, eine Lösung mit der anderen zu kombinieren und schon ist eine Idee geboren. Zum Beispiel eine App, die Wikipediaartikel anhand der aktuellen GPS-Position anzeigt. Oder, wir berechnen einfach den täglichen Wasserbedarf und erinnern den Benutzer daran, regelmäßig einen Schluck Wasser zu trinken.

Bei all den Ideen muss der Nutzen für den Anwender im Fokus bleiben …
Ja, wenn dieser von der Funktion, aber auch von der grafischen Gestaltung und der Bedienbarkeit überzeugt bleibt, dann wird er die App öfter und länger nutzen. Je mehr die App auf Begeisterung stößt, umso eher gibt es auch positive Bewertungen und Empfehlungen unter Freunden und Bekannten.

„Smartphones und Tablets begleiten uns den ganzen Tag. Mit unseren Apps will ich erreichen, dass diese Geräte unseren Alltag weiter bereichern und den Anwender unterstützen.“

 

Hinter erfolgreichen Apps stecken gute Businessmodelle …
Je durchdachter und ausgereifter diese sind, umso besser kann das richtige Zielpublikum und der richtige Markt angesprochen werden. Recherchen rund um konkurrierende Produkte als auch das Ausarbeiten des Businessmodel Canvas sind wichtige Maßnahmen. (www.startplatz.de/startup/business-model-canvas/)

Wie generiert man Umsätze?
Damit sich der Aufwand für die Umsetzung lohnt, sollte man sich auch Gedanken über die Monetarisierung machen. Der einfachste Weg, die App für Geld in den AppStore zu stellen, funktioniert heute leider fast gar nicht mehr. Geprägt durch eine große Flut an Gratis-Anwendungen sind Kunden kaum bereit, auch nur einen Euro für eine App auszugeben.

Eine weitere Methode, um Umsätze zu generieren, ist das Platzieren von Werbung. Viele Benutzer sind Werbung gegenüber abgeneigt und fühlen sich schon mal dazu genötigt, eine schlechtere Bewertung abzugeben. Der Anwender sollte aber auf keinen Fall durch die Werbung unterbrochen werden.

Die Monetarisierung mittels „Freemium“ ist ein vielversprechendes Modell, bei dem sogenannte InApp-Käufe durch den Anwender getätigt werden können. Die ursprünglich kostenlose Version der App kann so um zusätzliche Funktionen erweitert werden, die letzten Endes aber kostenpflichtig sind. Da der Anwender mit der App schon vertraut ist, ist auch die Bereitschaft höher, Erweiterungen finanziell zu unterstützen.

Eine gute und erfolgreiche App bedarf nicht nur einer grandiosen Idee und ebensolcher Programmierkenntnisse …
Genau, der erste Eindruck zählt, und das ist die grafische Aufbereitung und die Benutzerfreundlichkeit. Anwender wollen keine Handbücher studieren. Sie wollen die App starten und sie sofort verwenden. Des weiteren soll die App „flüssig laufen“ und nicht abstürzen. Hierzu bedarf es erfahrener Designer und Entwickler.

Wie sieht der Aufwand fürs Marketing aus?
Einmal fertig entwickelt und in den App-Stores veröffentlicht, ist ein wichtiger Teil der Arbeit verrichtet. Das spätestens jetzt startende Marketing steht der Konzeption und Umsetzung hinsichtlich Aufwand um nichts nach. Millionen von Apps befinden sind heute auf dem Markt und die Goldgräberstimmung der ersten Jahre ist vorbei. Kommunikationsmittel wie Pressemitteilungen sind unerlässlich, um die Charts der App-Stores zu stürmen und somit einen Sog an folgenden Downloads zu erreichen. Auch Social Media und ein eigener Webauftritt für die App können von Vorteil sein. Welche Strategie hier verfolgt wird, ist aber stark abhängig vom Produkt.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Suchmaschinenoptimierung für den App-Store (ASO). Benutzer suchen in den Stores nach Apps und nach Funktionen, die Apps haben. Ähnlich wie bei der herkömmlichen Suchmaschinenoptimierung (SEO) für das Internet muss man hier die richtigen Schlüsselwörter wählen und Beschreibungstexte hinsichtlich dieser optimieren.

 

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PETER GRUNDNER ist Gründer und Geschäftsführer von murbit – der Entwicklungscompany. Der Softwareentwickler spezialisierte sich in den vergangenen Jahren auf die Entwicklung von Apps für iPhone und iPad mit einem Schwerpunkt für Gesundheitsthemen und standortbezogene Anwendungen (Location Based Services). Seine Leidenschaft zur Softwareentwicklung intensivierte der Experte in den letzten zwei Jahrzehnten durch Erfahrungen in zahlreichen Projekten rund um digitale Bibliotheken, im Verlagswesen, in der Luft- und Raumfahrt, in der Logistik und in der Finanzindustrie, für die er als Consultant und Softwareentwickler tätig war. www.murbit.at

Fotos: Fotolia_ra2-studio, Klaus Morgenstern

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