Content Curation – Fremde Inhalte im eigenen Kanal

06. November 2018
Fremde Inhalte verbreiten statt eigenen Content schaffen? Wie Content Curation funktioniert und was das mit Museen zu tun hat.

Wann klopften Sie das letzte Mal bei einer Fotografin an die Tür, um sich deren Bilder anzusehen? In einem Museum kann man schließlich die unterschiedlichsten Werke gleichzeitig bewundern und erhält außerdem Hintergrundinformationen.

Genauso wie sich niemand durch den Wüstensand graben will, um ägyptische Statuen zu sehen, gibt es in der digitalen Welt ein großes Verlangen nach aufbereiteten Inhalten. Wir wollen gute, interessante, relevante Inhalte sehen. Am besten ergeben sich durch clevere Zusammenstellung neue Sichtweisen.

Vom Museum ins World Wide Web

Was ist Content Curation? Der Begriff des Kuratierens stammt aus dem Museumsbereich. In Museen wurden Exponate immer schon nach bestimmten Kriterien ausgewählt – sei es nach Qualität, Alter, Entstehungsort oder nach Thema – und zusammen gezeigt. Außerdem bieten Museen zusätzliche Inhalte wie Informationen zur Entstehung des Werks oder Künstlerbiografien. Das heißt: Inhalte werden nicht nur verbreitet, sondern verdichtet.

Ähnlich wie im Museum werden bei Content Curation digitale Inhalte selektiert, präsentiert und kommentiert. In sozialen Medien fand das schon statt, bevor es den Begriff Content Curation überhaupt gab. Das Teilen von nutzergenerierten Inhalten ist schließlich der Grundmechanismus des Web 2.0. Jetzt arbeiten vermehrt auch Marketer als digitale Kuratoren. Auf unterschiedlichen Kanälen verbreiten sie Texte, Bilder und Videos, die für die Zielgruppe interessant sind.

Warum Content Curation sinnvoll ist

Moment – und wo bleiben die eigenen Inhalte? Fremdcontent alleine funktioniert nicht, das ist klar. In einer Nebenrolle aber kann Content Curation glänzen. Guter Planung bedarf es dennoch.

Schließlich bringt dieses Kuratieren einen gewissen Mehraufwand mit sich. Dieser Mehraufwand lässt sich aber gut in einen bestehenden Workflow eingliedern. Meist stößt man bei der Recherche auf interessante, themenverwandte Inhalte. Werden diese dann aufbereitet, halten sich Mehrkosten in Grenzen.

Wer Angst hat, mit fremden Inhalten die Konkurrenz zu stärken, kann beruhigt sein. Stellen Sie sich vor, Sie gehen zum Elektrofachgeschäft Ihres Vertrauens, werden exzellent beraten, aber das gewünschte Produkt ist nicht vorrätig. Der Verkäufer schickt Sie zur Konkurrenz, dort ist es lagernd. Welcher Betrieb bleibt Ihnen wohl länger positiv in Erinnerung? Mit Content Curation ist es gleich: Gute Inhalte sind Trumpf. Bieten fremde Inhalte Ihrem Publikum einen Mehrwert, wird es wieder auf Ihren Kanal zurückkommen.

Und außerdem gibt es manchmal einfach fantastischen Content, den man seiner Leserschaft nicht vorenthalten will. Niemand kann alles wissen oder können, muss er auch nicht, denn das Internet ist ein Ort des Ideenaustauschs. So finden sich Inhalte, die den eigenen Themenbereich ideal ergänzen oder erweitern.

Gutes Kuratieren: So geht’s

Wer Tipps für gute Content Curation sucht, kann sich an den Grundregeln guter Content Creation orientieren: Qualität ist alles. Ebenso sollte man sich nicht dazu verleiten lassen, eigene inhaltliche Interessen vor das Interesse der Zielgruppe zu stellen.

Wo sich Content-Creation und -Curation-Strategien unterscheiden, ist der Faktor Zeit. Der ist bei Curation (noch) viel essenzieller. Wer nicht auf dem Laufenden bleibt, um Content vor allen anderen zu publizieren, sieht seine Follower-Zahlen sinken.

Neben Content-Qualität und Zeit ist die Art der Aufbereitung der dritte Schritt zum Erfolg. Inhalte müssen kommentiert, evaluiert und durch eigenen Content erweitert werden. Das Hinzufügen von eigenem Content ist wichtig für das Ranking bei Google und anderen Suchmaschinen. Deren Algorithmen entfernen Kopien, daher mischt man fremde Inhalte immer mit eigenem Unique Content.

Wer fremde Inhalte verbreitet, muss sich auch mit Urheberrecht auseinandersetzen. Die Quellenangabe ist nicht nur aus ethischen und rechtlichen Gründen notwendig, sie ist auch von einem Marketing-Standpunkt aus relevant. Die Online-Community schätzt es, Inhalte nach- und weiterverfolgen zu können. Außerdem können sich durch die Interaktion mit den Originalautorinnen und -autoren wichtige Netzwerke ergeben. Die Chancen stehen dann gut, dass diese Kontakte im Gegenzug Ihre eigenen Inhalte teilen.

Content Curation – Für mich?

Content Curation ist ein guter Weg, die Content-Strategie ohne horrenden Mehraufwand zu erweitern. Besonders Start-ups und Freelancer können so trotz niedriger Kosten überzeugende Resultate erzielen. Aber auch Content-Marketing-Experten können durch geschicktes Kuratieren von Inhalten ihre Reichweiten verbessern und Kanäle stärken.

Jedenfalls gelingt das alles nur, wenn Content Curation als Unterstützung der eigenen Inhalte arbeitet.

 

Beitragsbild: Pixabay/StockSnap

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