Cliffhanger – im Business? Die Antwort darauf ist ein klares Ja!

05. November 2019
Wie kleine Cliffhanger die Leser/innen süchtig machen, was wir von Scheherazade lernen können und wie Cliffhanger psychologisch richtig eingesetzt werden.

Keine Angst, es geht nicht darum, Leserinnen und Leser künstlich auf die Folter zu spannen. Vielmehr geht es darum, Business-Storys mehr Dynamik zu verleihen.

Ein Mann, eine Klippe: der Ursprung des Begriffs

Der Begriff geht auf den Roman A Pair of Blue Eyes von Thomas Hardy aus dem Jahr 1873 zurück. Weil seine Story als monatliche Serie in einer Zeitschrift erschien, ließ Hardy seinen Protagonisten Henry an den Steilhängen des Bristol Channel von einer Klippe hängend zurück. Wie die Geschichte weitergeht, ob Henry sich retten kann oder ob das Büschel Gras, an das er sich verzweifelt klammert, unter der Last reißt und Henry in den Tod stürzt – das erfuhren die geneigten Leserinnen und Leser erst in der nächsten Folge.

Cliffhanger-Masterclass: 1001 Nacht

„Was ist dies im Vergleich zu dem, was ich euch in der nächsten Nacht erzählen werde …“ Mit diesen Worten beendet Scheherazade, die unangefochtene Königin des Cliffhangers, jeden Morgen ihre Story. Auch heute noch ist das Feingefühl für Spannungsführung in 1001 Nacht eine Meisterklasse im Storytelling. Scheherazade beschreitet den schmalen Grat zwischen wohliger Spannung und Frustration meisterlich – und rettet auf diese Weise nicht nur ihr eigenes Leben, sie beendet so auch die Mordserie ihres Gatten.

Die Dosis macht den Cliffhanger

Cliffhanger sind wie Crescendos im Spannungsbogen der Story. Sie müssen überlegt eingesetzt und genau dosiert werden, sonst wirkt die Geschichte schnell überfrachtet und melodramatisch. Richtig eingesetzt macht ein Hauch Dramatik selbst ernsthaften Business-Content zu einer fesselnden Story. Cliffhanger sind außerdem vielseitig einsetzbar – praktisch überall dort, wo Storys erzählt werden, egal ob in Blogbeiträgen oder auf Landingpages.

Click-Bait: die dunkle Seite des Cliffhangers

Im Grunde ist eine Click-Bait-Überschrift nichts anderes als ein verkürzter Cliffhanger. Ihr Daseinszweck besteht meistens allein darin, in den Köpfen der Leserschaft so viele und so emotionale Fragen wie möglich zu generieren. Doch wer sich dann zum eigentlichen Artikel durchklickt, wird enttäuscht – die Inhalte können das Versprechen der übertriebenen Headline nicht erfüllen. Die User fühlen sich getäuscht, surfen sofort weiter. Click-Bait-Titel treiben vielleicht die Zugriffsrate kurzfristig in die Höhe, die Abbruchrate aber auch. Auf lange Sicht wirkt sich Click-Bait negativ auf das Ansehen des Unternehmens aus. Wie richtig gute Titel gedichtet werden, erfahren Sie hier.

So wirken Cliffhanger

Cliffhanger bedienen unser Bedürfnis nach Finalität. Dieses psychologisch tief verankerte Bedürfnis nennt sich Need for Closure. Wir alle hegen eine gewisse Aversion gegen Ambiguität in uns und empfinden Unfertiges als Belastung. Genau hier hakt der Cliffhanger ein. Unsere eigene Natur lässt uns ungeduldig auf die Auflösung der spannungsgeladenen Situation warten.

Gelingt der Payoff, unterhält uns die Geschichte auch nach der Auflösung, fluten Glückshormone unser Gehirn. Freudige Erleichterung macht sich breit und darüber hinaus verstärkt sich unser emotionales Engagement mit der Story.

Treffen wir hingegen auf einen Cliffhanger, der nur existiert, um die Leserschaft zum Weiterlesen zu bewegen, dann erzeugt das auch Emotionen. Negative, zum Beispiel Ärger. Wird die Spannung nicht adäquat aufgelöst, bleibt die Belastung des Unfertigen zurück. Außerdem durchschaut ein Publikum mit etwas Medienkompetenz schnell den Trick, dem es soeben auf den Leim gegangen ist. Wir fühlen uns nicht nur angespannt, wir fühlen uns auch noch manipuliert.

Wie schreibt man also einen effektiven Cliffhanger? Am einfachsten, in dem man von den Meistern der Disziplin lernt. Die gute Nachricht: Es gibt 1001 Beispiele dafür!

 

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