13 Fragen an die Fotografin – über Bildsprache, Quantität und Qualität

13. Oktober 2014
Ihre Aufnahmen haben es in die bekanntesten Magazine geschafft: Die Hamburger Fotografin Andrea Küppers arbeitet für Fokus, Elle, Stern und viele andere. In unserem Experten-Blog erzählt sie über die Lust am Perspektivenwechsel.

kueppers_andrea

Wofür brauchen wir Fotos?
Journalistisch betrachtet beziehen wir Informationen über Fotos in Sekundenschnelle. So lassen sich Sachzusammenhänge rasend schnell erfassen. Ich möchte mit meinen Fotos Geschichten erzählen, skurrile Momente einfangen, Sehnsüchte wecken.

Für wen arbeiten Sie besonders gern? Bzw. welche Aufträge empfinden Sie als besonders spannend und lusterfüllt?
Gerne arbeite ich mit kreativen Werbeagenturen, die umsetzbare Visionen und einen hohen Anspruch haben. Gutes Team- starke Bilder! In der Regel ist alles kalkuliert und im voraus organisiert, sodass Risiken ausgeschlossen sind. Besonders herausfordernd sind hingegen unerwartete Situationen bei redaktionellen Aufträgen. Wenn ich für Magazine reise, ist die Wahrscheinlichkeit besonders hoch, aber ich mag es zu improvisieren.

Können Sie sich an Ihr erstes Foto erinnern?
Ja, ein sehr wichtiges und eines meiner ersten ernst zu nehmenden Fotos meiner Jugend ist meine unscharfe ablehnende Hand im Vordergrund und im Hintergrund fokussiert sieht man das erste Hochhaus der Kleinstadt in Sichtweite meines Kinderzimmers.

Welche Fähigkeiten sind Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten behilflich?
Schnelle Auffassung und die Lust am Perspektivenwechsel.

Haben Sie schon mal Aufträge abgelehnt?
Wenn ein Auftrag überhaupt nicht zu meiner Bildsprache passt, lehne ich ab, aber in der Regel bin ich flexibel genug, Lösungen zu finden.

Microstocks – Fluch oder Segen?
Fluch!

Wie entsteht ein besonders gutes Bild – zufällig oder sorgfältig geplant?
Sowohl als auch.

Thema Bildsprache. Oft geht es um wohldosiert eingesetzte Stilmittel und nicht um eine laute plakative Inszenierung …
Ich mag subtile, humorvolle, witzige Details. Letzte Woche war ich auf Fotoreportage in Südtirol. Da sah ich, wie eine Frau das soeben gemähte Gras pur in den Kofferraum ihres Kleinwagens stopfte – das fand ich lustig und irgendwie verzweifelt, komisch. Für mich kommt es entweder auf den speziellen Moment oder auf Inhalte an.

Welche waren Ihre erfolgreichsten Bilder bis jetzt?
Tolles Casting, gutes Licht, ungewöhnlicher Hintergrund.

Was hat sich in den letzten Jahren im Berufsbild des Fotografen geändert?
Der Wert des Bildes geht durch die Masse und immer bessere Technik für jedermann verloren.

Der Platz für große Bildstrecken in Zeitungen und Zeitschriften wird geringer, aber nur qualitätsvolle Bild- und Textinformation bindet dauerhaft die Leserinnen und Leser…
Ja, und das kostet ;-)

Was können Printmedien besser oder schlechter als Online-Medien, wenn es um Fotos geht?
Für Print stehen immer noch höhere Etats zur Verfügung, deshalb hat man mehr Möglichkeiten bei der Umsetzung. Ansonsten sehe ich da eigentlich keinen Unterschied – außer in der Antizipation. Online ist hektischer, wird schneller aktualisiert, Print ist eher entspannt und entschleunigend.

Wen würden Sie gern fotografieren?
Charismatische Charaktere – egal ob Jean Penn oder meinen Nachbarn.

DANIELA GRUNDNER-GROSS

Zu Andrea Küppers Kundenkreis zählen Unternehmen wie Siemens, Smart, Die Zeit, Focus, STERN, Rolling Stone (u. v. a.) sowie Celebrities wie Barbara Becker, Barbara Schöneberger, Bully Herbig, Till Schweiger, Martin Semmelrogge, Lena Hoschek und noch viele mehr.

Andrea Küppers Online

Fotos: Andrea Küppers

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